Weite Karpatenlandschaft mit bewaldeten Hügeln unter blauem Himmel
Therapieprogramm

Ein Jahr Begleitung — im Kreis der Gemeinschaft

Das Zentrum wird ein einjähriges Therapieprogramm anbieten, das aus fünf wiederkehrenden, jeweils zehntägigen Rehabilitationsaufenthalten in Gruppen von bis zu zehn Teilnehmerinnen besteht und auf die individuellen Bedürfnisse der betroffenen Frauen abgestimmt ist. Dieser Ansatz ermöglicht eine individuelle Begleitung einer jeden Frau und fördert gleichzeitig das Entstehen von Gemeinschaft, Solidarität und gegenseitiger Unterstützung.

Das therapeutische Konzept basiert auf den Prinzipien der Integrativen Therapie und verbindet Gruppen- und Einzeltherapie, Gestalttherapie sowie körperorientierte Verfahren der Traumatherapie. Ziel ist es, die Verarbeitung traumatischer Erfahrungen zu unterstützen und die psychische, emotionale und körperliche Selbstregulation zu fördern.

Therapiegruppe bei einer körperorientierten Übung in einem hellen Holzraum mit Bergblick

Wohnen im Zentrum

Viele Frauen, die aus der Gefangenschaft oder okkupierten Gebieten zurückkehren, verfügen über keinen sicheren Wohnort. Deshalb plant das Zentrum, sechs Frauen gleichzeitig für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten aufzunehmen. Dort werden sie wohnen, an therapeutischen Programmen teilnehmen und schrittweise in den Alltag zurückfinden können. Gleichzeitig werden sie in das gemeinschaftliche Leben des Zentrums eingebunden sein — etwa durch Gartenarbeit, Unterstützung in der Küche oder die Mitgestaltung und Pflege des gemeinsamen Lebensraums.

Das Zentrum soll künftig bis zu 120 Frauen pro Jahr die Möglichkeit zur psychologischen Rehabilitation bieten. Das Re:colo Zentrum wird den Frauen einen geschützten Raum bieten, in dem sie schrittweise den Kontakt zu sich selbst und ihrer Umwelt wiederherstellen sowie ihre traumatischen Erfahrungen bewusst wahrnehmen und verarbeiten können.

Architektur

Ein Raum, geprägt von Sensibilität für den Menschen

Sensibilität für die gleichzeitigen Bedürfnisse nach Privatheit und Gemeinschaft. Sensibilität im Maßstab. Sensibilität in der Materialität.

Das architektonische Konzept des zukünftigen Therapiezentrums entwickelt sich rund um den „Majdan“ — einen zentralen Platz als Teil der ukrainischen Raumtradition, der Menschen zusammenführt. Um diesen Majdan gruppieren sich die Baukörper mit ihren unterschiedlichen Funktionen: Therapie, Wohnen, Gemeinschaftsräume, Werkstätten, Küche und Essbereiche. Von besonderer Bedeutung sind die Berührungspunkte und Übergänge zwischen den verschiedenen Bereichen des Zentrums. Das räumliche Konzept strebt keine eindeutige Festlegung an, sondern kultiviert die Freiheit der Menschen, selbst zu entscheiden, wie sie den Ort nutzen möchten.

Konzeptskizze des Architekten: Baukörper für Wohnen, Werkstätten, Therapie und Technik gruppieren sich kreisförmig um den zentralen Majdan
Das Grundkonzept: Wohnen, Werkstätten, Therapie und Technikräume gruppieren sich um den Majdan. Skizze: Dmytro Matviishyn
Lageplan-Skizze des Architekten mit Eingang, Verwaltung, kleinen Wohnhäusern, flexiblem Therapieraum, Therapieturm, Werkstatt und Garten rund um den überdachten Majdan
Lageplan-Skizze: Eingang und Verwaltung, kleine Wohnhäuser, flexibel teilbare Therapieräume und Garten rund um den überdachten Majdan. Skizze: Dmytro Matviishyn

Die Verbindung von Architektur und umgebender Natur ist ein wesentlicher Bestandteil der therapeutischen Erfahrung. Landschaft, Tageslicht, Ausblicke, Gerüche, Luft und Wind werden bewusst in die räumliche Erfahrung einbezogen.

Die Materialität basiert auf der Wiederverwendung bestehender Materialien und steht symbolisch für die Entstehung von Neuem aus Fragmenten des Alten. Alte österreichische Ziegel, Beton mit den Abdrücken gebrauchter Holzschalungen sowie Holz, glatt und rau zugleich, prägen den Charakter des Ortes. Ein nachhaltiger Ansatz und energetische Unabhängigkeit schaffen die Grundlage für niedrige Betriebs- und Unterhaltskosten.

Die architektonische Mission von Re:colo Therapiezentrum ist es, achtsam zu helfen. — Dmytro Matviishyn, Architekt

Projektidee

Ein Ort der Fürsorge für Frauen

Der Krieg in der Ukraine hat tiefe Spuren im Leben Tausender Frauen hinterlassen. Viele von ihnen waren Gewalt ausgesetzt, haben russische Gefangenschaft, die Belagerung von Städten, Besatzung oder den Verlust nahestehender Menschen erlebt und wurden Opfer von Kriegsverbrechen.

Infolgedessen sind viele von ihnen nicht in der Lage, in ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben zurückzukehren. Heute führen ukrainische Organisationen Wartelisten mit Tausenden von Frauen, die auf einen Therapieplatz warten. Den meisten — trotz der wachsenden Zahl von Hilfsinitiativen — mangelt es an langfristigen, spezialisierten Programmen zur Traumabehandlung für Frauen. Einrichtungen bieten lediglich kurzfristige therapeutische Programme von drei Wochen an. Dieser Zeitraum ist zu kurz, um tiefgreifende Traumata nachhaltig zu bearbeiten. Die betroffenen Frauen benötigen langfristige Unterstützung, da traumatische Erfahrungen in Form von Flashbacks, Triggern oder Depressionen immer wieder auftreten können.

Um die kontinuierliche Umsetzung langfristiger Rehabilitationsprogramme sicherzustellen, planen wir die Gründung des ersten Zentrums für langfristige Psychotherapie für diese Frauen in der Ukraine.

Projektstatus

Wo wir heute stehen

Re:colo ist ein Vorhaben — vieles ist erreicht, vieles liegt noch vor uns. Diesen Weg kommunizieren wir bewusst transparent:

  1. ✓

    Pilotprogramm Läuft seit 2024

    Unser therapeutisches Konzept wird seit 2024 in Slawske mit einer Gruppe von Frauen erprobt — mit deutlichen Verbesserungen für die Teilnehmerinnen.

  2. ✓

    Grundstückskauf Abgeschlossen

    Das Grundstück für das Zentrum ist gekauft. Damit ist der erste große Schritt vom Vorhaben zum Ort gemacht.

  3. Planung Läuft

    Detailplanung des Zentrums auf Grundlage des Architekturkonzepts von Dmytro Matviishyn.

  4. Bau Zukunft

    Errichtung des Zentrums — und Eröffnung eines geschützten Ortes für bis zu 120 Frauen pro Jahr.